Korbinian Brodmann
Prof. Dr. Brodmann 1868-1918 Drucken

Im August 1918 verstarb Korbinian Brodmann. Was wie eine harmlose Grippe ausgesehen hatte, erwies sich alsbald als Sepsis. Bei einer Sektion verletzte sich Brodmann und holte sich so vermutlich den tödlichen Infekt.

Keine vier Monate später folgte seine Frau. Bei der gefahrvollen und beschwerlichen Reise im offenen Güterzug -ein besseres Transportmittel gab es zu dieser Zeit nicht- holte sie ich eine schwere Krankheit und verstarb im Dezember 1918. Die Brodmanns hinterließen eine kleine Tochter. Ilse von Sandersleben wuchs als Vollwaise in der Familie ihrer Großeltern auf.

 todesanzeige

 Folgenden Brief schrieb Prof. Kraepelin an das Rektorat der Universität in München

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An das Rektorat der Königlichen Ludwig-Maximilian Universität München

Dem Rektorate habe ich die traurige Pflicht, anzuzeigen, daß Herr Professor Dr. Brodmann, Abteilungsvorstand der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie, an einer stürmisch verlaufenden Blutvergiftung heute Nachmittag verschieden ist. Wir betrauern in ihm einen Forscher von ganz hervorragender Begabung, der in seiner Eigenschaft schlechthin unersetzlich ist.

Prof. Dr. Kraepelin

Vorstand der Deutschen Vorschungsanstalt für Psychiatrie

 

Brodmanns plötzlicher Tod riß eine ungeahnte Lücke. Prof. Franz Nissl, einer seiner Mitarbeiter in München, schrieb in einem Nachruf: “Durch seinen Tod sind die großen Hoffnungen, die wir auf sein Schaffen gesetzt haben, zunichte geworden. Und was das Schlimmste ist: in einem gewissen Sinne ist sein Verlust unersetzlich. Es gibt keinen Forscher in Deutschland, der über das Maß von rindenzytoarchitektonischem Wissen und Können verfügt wie er. Aber dankbar wird für alle Zeiten die Wissenschaft sein, daß der Schöpfer der vergleichenden Rindenzytoarchitektonik der Säugetiere ihr eine sichere Grundlage verschafft hat, auf der mit Erfolg weitergebaut werden kann. (Das gilt auch noch für die heutige Zeit)  gehischn